Offener Brief des Vereins an den Bordellbetreiber

Karlsruhe, 30.01.2009

Lieber Bordellbetreiber,
nachdem wir nach der Gerichtsverhandlung noch mit Deinen und unserem Anwalt zusammenstanden sagtest Du etwas, was mir nicht aus dem Kopf geht. Einer meiner Vorstände fragte Dich, wann die Musik denn aus deiner Sicht eine erträgliche Lautstärke hatte. Du erwähntest daraufhin das Hoffest 2008. Deine Aussage lässt mir einfach keine Ruhe, denn ich Frage mich, warum meine Vorstände dann zusammen mit Dir in einem Gerichtssaal stehen. Auf dem Hoffest spielten Bands wie „Spoonhead“, „Sons of Sounds“, „Quest“ und „Scrub“. Dies sind zwar keine Punk-Bands die Du offensichtlich nicht goutierst, aber sie sind allesamt nicht gerade leise. Trotzdem holtest Du in der Folge bei erneuten Auftritten von „Spoonhead“ und „Sons of Sounds“ im Herbst 2008 wegen Ruhestörung die Polizei. Dabei haben diese Bands eher leiser gespielt als auf dem Hoffest. Es war ja auch kälter und die Türen zum Hof waren verschlossen. Also was soll das ganze Trara?

Musst Du denn wirklich

  • Meine Vorstände mit haltlosen Strafanzeigen, Abmahnungen und Anträgen auf einstweilige Verfügung überziehen? Schließlich lassen mich Diese mit ihrem ehrenamtlichen Engagement erst leben.
  • Meinen geliebten Mitgliedern drohen? Diese sind sozusagen „mein Körper“ und den lasse ich mir nur ungern malträtieren!
  • Die Polizei mit Dienstaufsichtsbeschwerden quälen? Du nimmst Ihnen damit wertvolle Zeit sich mit den eigentlichen Übeln unserer Gesellschaft zu befassen!
  • Ständig die Behörden der Stadt Karlsruhe mit Deinem Anliegen beschäftigen? Die haben doch nun wirklich wichtigeres zu tun.
Lieber Bordellbetreiber: Denke doch noch mal darüber nach was Du im Moment für einen Affenzirkus veranstaltest. Es gibt auf der Welt nicht nur Dich! Warte doch einfach ab, bis ein Gericht über dein Anliegen entscheidet. Das werden wir dann akzeptieren und Du hoffentlich auch. Oder was ist, falls Du trotz deiner langen Liste von Anwälten verlieren solltest? Ich bitte Dich: Meine Mitglieder sind Väter, Mütter und Kinder, bitte verschone sie.

Herzlichst

Dein Musikult e.V.